So mischt Donald Trump die private US-Notenbank Fed auf

Das jüdische Establishment verliert drei Spitzenpositionen im US-Federal Reserve System. Für den Fed-Zentralbankrat nominierte Donald Trump bereits einen Nachfolger für Janet Yellen. Fed-Vizepräsident Stanley Fisher ist vorzeitig zurückgetreten. Präsident William Dudley von der New Yorker Fed kündigte soeben überraschend seinen Rücktritt an. Die 12 Fed-Banken stehen im Eigentum privater Geschäftsbanken. Die wahre Macht liegt bei den Wall Street-Banken als größte Aktionäre.

Autor: Wolfgang Freisleben

Veränderungen bei der amerikanischen Notenbank Federal Reserve System (Fed) finden international in den Medien große Beachtung. Zu Recht. Denn immerhin handelt es sich um die bedeutendste Zentralbank der Welt. Ihre Zinsentscheidungen können weltweit die Finanz- und Devisenmärkte bewegen. Bis hin zum Finanz-Crash wie 2008.

Fed-Zentrale in Washington: Maßnahmen der privaten US-Notenbank haben einen weltweiten Einfluss

Erst vor wenigen Tagen hat US-Präsident Donald Trump den Nachfolger von Janet Yellen (71) an der Spitze der amerikanischen Notenbank Federal Reserve System (Fed) ab Februar 2018 bekannt gegeben: Jerome Powell (64). Der ehemalie Investmentbanker von Goldman Sachs wird mit einem geschätzten Vermögen zwischen 21 und 61 Millionen US-Dollar der reichste Amerikaner sein, der je an der Spitze des Fed stand..

Jüdisches Establishment verliert drei Spitzenpositionen

Und schon folgt der nächste Paukenschlag: Die Ankündigung der Federal Reserve Bank of New York (FRBNY), dass ihr Präsident William Dudley Mitte 2018 vorzeitig aus dem Amt scheiden wird. Seine Amtszeit endet regulär Anfang 2019. Bevor er zur New York Fed kam, war auch Dudley Partner bei der US-Bank Goldman Sachs gewesen.

Die FRBNY ist die mit Abstand größte und wichtigste der 12 regionalen Fed-Banken, weil der Fed-Distrikt New York als amerikanisches Finanzzentrum Sitz der wichtigsten und größten Banken der USA ist. Die übrigen 11 spielen lediglich untergeordnete Rollen.

Schon im September 2017 hatte Fed-Vizepräsident Stanley Fischer in einem Brief an den US-Präsidenten seine Demission aus persönlichen Gründen angkündigt. Der 73-Jährige trat Mitte Oktober zurück. Fischers Amtszeit wäre eigentlich erst 2018 ausgelaufen. Seine Nachfolge ist noch offen.

Stanley Fisher (li.) und Janet Yellen: Die Präsidentin und ihr Vizepräsident verlassen die Fed-Spitze

Der ehemalige Präsident der israelischen Zentralbank (mit israelischer und amerikanischer Doppelstaatsbürgerschaft) hatte für Aufsehen gesorgt, als er Trump eindringlich vor der angekündigten Rücknahme der Bankenregulierung warnte und Trumps Pläne kritisierte.

Mit dem von Trump erzwungenen Abschied von Janet Yellen und den möglicherweise deswegen aus Protest und Solidarität erfolgten Rücktritten von Stanley Fisher und William Dudley verliert das jüdische Establishment seine drei Spitzenpositionen im Fed-System.

Favorit Gary Cohn fiel bei Trump in Ungnade

Die Nominierung von Jerome Powell ist jedenfalls Bruch einer langjährigen Usance. Denn seine letzten Vorgänger kamen mit Ausnahme von G.William Miller (1978-1979) alle aus jüdischen Familien und können als Tribut für die jüdischen Einfluss- und Machtsphären in der internationalen Finanzwelt angesehen werden: Arthur Burns (1970-1978), Paul Volcker (1979-1987), Alan Greenspan (1987-2006), Ben Bernanke (2006-2014 und eben Janet Yellen (2014-2018).

Diese Chronologie hätte ursprünglich Gary Cohn, ein früherer Investmentbanker bei Goldman Sachs, fortsetzen sollen. Er ist Wirtschaftsberater von Donald Trump und gleichfalls aus jüdischer Familie. Doch dann kam Charlottesville.

Cohn übte Kritik an den umstrittenen Äußerungen des Präsidenten nach den rechtsextremen Ausschreitungen von Charlottesville. In einem Interview mit der „Financial Times“ sagte der als gemäßigter Liberaler bekannte Cohn, die Regierung müsse besser darin werden, Rassisten „konsequent und unzweideutig zu verurteilen“.

Ehemaliger Goldman Sachs-Banker Gary Cohn: Ursprünglich als Fed-Präsident vorgesehen, aber bei Trump in Ungnade gefallen

Trump hatte zuvor vor der Presse „vielen Seiten“ die Schuld an den Zusammenstößen gegeben. Cohn war dabei anwesend, sein Missfallen war ihm deutlich anzusehen. Trump soll über die Kritik Cohns sehr verstimmt gewesen sein. „Der Präsident vergisst nicht“, sagte ein Insider. Deshalb sei Cohn in Ungnade gefallen, blieb aber vorerst Wirtschaftsberater.

Eine private Notenbank dirigiert die USA

Bemerkenswert ist vor allem aber, dass seit 1914 bis heute die ganze Welt glaubt, dass die Vereinigten Staaten über eine staatliche Notenbank verfügen, mit der die Prosperität des Landes für immer gewährleistet wäre.

Doch dieses 1913 gegründete Fed-System ist keinesfalls „federal“, also staatlich, wie der Name suggerieren soll. Es sorgt auch nicht für die versprochene Stabilität. Vielmehr handelt der Fed-Komplex in erster Linie im Interesse der privaten New Yorker Großbanken, die gemeinhin unter „die Wall Street“ subsumiert werden. Sie halten eine etwa 65prozentige Aktienmehrheit an der FRBNY. Den Rest besitzen so wie in den anderen 11 Distrikten die übrigen Mitgliedsbanken. Die Beteiligunghöhe bestimmt sich aus ihrem Eigenkapital.

Der verheerende Einfluss der Großaktionäre zeigte sich 1929 beim Börsen-Crash und der nachfolgenden Weltwirtschaftskrise. Und ebenso beim Finanz- und Börsencrash im September 2008, der gleichfalls eine internationale Wirtschaftskrise nach sich zog, die erst jetzt, 9 Jahre danach, überwunden scheint.

Ein Gerichtsurteil brachte die amtliche Bestätigung

Distrikt-Gericht für den Zentralen Distrikt von Kalifornien in San Francisco: Federal Reserve ist nicht staatlich

Dass Federal Reserve Banken nicht den Vereinigten Staaten gehören, bestätigte erstmals hochoffiziell im Jahr 1982 das Distrikt-Gericht für den Zentralen Distrikt von Kalifornien (District Court for the Central District of California) in San Francisco. In dem Gerichtsverfahren „Lewis gegen United States“ mit der Aktenzahl 680 F.2d 1239 (1982) ging es um die Klage des US-Bürgers John L. Lewis gegen den Staat USA.

Er war am 27. Juli 1979 von einem Fahrzeug der vermeintlich staatlichen Federal Reserve Bank of San Francisco verletzt worden. Das Gericht wies seine Klage mit der Begründung zurück, dass der beklagte Staat gar nicht zuständig sei, weil die der Klage zugrunde liegende Fed-Bank jedenfalls nicht dem Staat gehöre.

Damit ist erstmals von einer staatlichen Institution öffentlich erkannt worden, was bis zu diesem Zeitpunkt strikt geheim gehalten wurde: Die USA werden von einer privaten Notenbank beherrscht.

Zinspolitik nach den Wünschen der Wall Street

Dementsprechend sieht die Zinspolitik des Fed-Boards, des Zentralbankrates in Washington, aus: So, wie es sich die Wall Street wünscht, um Milliardengewinne machen zu können.

Die früheren Präsidenten Alan Greenspan und Ben Bernanke trieben das „Spiel“ mit den Zinsen auf die Spitze. Das Ergebnis war im März 2000 das Platzen der DotCom-Blase an der New Yorker Börse, die sich schließlich in Luft und Riesenverluste für private Investoren auflöste.

Die Niedrigzins-Politik befeuerte dann die Subprime-Spekulation, die 2008 in einem noch größeren Desaster abrupt endete. Die nachfolgende Finanzkrise scheint zwar zumindest vordergründig überwunden. Die daraus resultierende Staatsschuldenkrise aber nicht.

Der nächste Absturz wird dann fällig, wenn die großen Investoren nach der nächsten Zinserhöhung ihre Papiere abstoßen.

Fed-Board mit der Funktion des Erfüllungsgehilfen

Federal Reserve Board of Governors: Hier wird die Höhe der ZInsen festgelegt

Die wahre Funktion des Zentralbankrates teilte einst die New York Times ihren Lesern in seltener Offenheit mit. In dem Bericht stellte der Autor nicht nur fest, dass die Federal Reserve-Zentrale zu den drei geheimsten Institutionen von Washington gehört. Er beschrieb überdies nicht ohne Ironie, wie sich eine Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses abspiele:

Der Präsident der Federal Reserve Bank of New York sitzt demnach als amtierender Vize-Präsident und ständiges Mitglied des für die nationale Geld- und Währungspolitik zuständigen Offenmarkt-Ausschusses (Federal Open Market Committee – FOMC) mit dem Fed-Präsidenten am Ende des großen Konferenztisches und verliest vor den übrigen Mitgliedern des Ausschusses die Beschlüsse, die bereits zuvor gefasst worden waren.

Bei diesen Beschlüssen haben jeweils die Chefs jener großen Wall-Street-Banken ein gewichtiges Wort mitzureden, die das Finanzdesaster 2008 verursacht haben. Als Mehrheits-Aktionäre treffen sie sich periodisch zu Gesprächen in „ihrer“ FRBNY. Sie repräsentieren die wahre Macht im Fed-System.

Staatliche Organe können nur formell mitreden

Da die Fed-Banken von privaten Aktionären beherrscht werden, haben staatliche Organe lediglich formell etwas mitzureden. Den Finanzmächten der Wall Street aber ernsthaft drein zu reden, wagt wohl kaum ein Politiker. Schließlich haben deren Lobbyisten Senat und Repräsentantenhaus fest im Griff.

So ist auch zu bewerten, dass US-Präsident Donald Trump nun Jerome Powell als nächsten Fed-Präsidenten nominiert hat. Er sitzt immerhin bereits seit 2012 im Zentralbankrat (Board of Governors) und war bisher dort der einzige (republikanische) Parteifreund des Präsidenten. Er muss noch vom Senat bestätigt werden, ehe er Anfang Februar 2018 Janet Yellen ablösen wird, die der demokratische Präsident Barack Obama ernannt hatte.Trump verweigert ihr die übliche 2. Amtszeit.

Damit hat – entsprechend dem Wechsel im Weißen Haus vom Demokraten Barack Obama zum Republikaner Trump – die Umfärbung auch im Führungsgremium der weltweit wichtigsten Zentralbank begonnen.

Trump selber ist dabei aber lediglich das Vollzugsorgan, das formell die Bestellung vornimmt. Entschieden wurde zuvor diskret in der New Yorker Wall Street.

Der Zentralbankrat exekutiert die Zinsentscheidungen

Derzeit sind 3 der 7 Positionen im Zentralbankrat (Board of Governors) nicht besetzt. Die Amtszeit beträgt üblicherweise 14 Jahre.

Aufgabe des Zentralbankrates (Boards) ist die Umsetzung der Entscheidungen, die zuvor vom Federal Open Market Committee (FOMC) beschlossen wurden. In diesem 12köpfigen Gremium bilden die 7 Board-Mitglieder die Mehrheit.

Der FOMC (Offenmarktausschuss) entscheidet u.a. über An- und Verkäufe von Anleihen und die Höhe des Leitzinssatzes. Deshalb werden Sitzungen des FOMC und Aussagen seiner Mitglieder von den Finanzmärkten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.