So bedroht die US-Regierung mit Wetter-Manipulationen die Welt (2)

Die Anfänge der Forschung zur Beeinflussung des Wetters reichen bis in das Jahr 1946 zurück. Militärisch eingesetzt wurde das Wetter von den USA erstmals im Vietnamkrieg. Trotz umfassender Möglichkeiten tut die US-Regierung nichts, um Hurrikane zumindest abzuschwächen. Die U.S. Air Force verfolgt derweil das Projekt „Owning the weather in 2025“.

Autor: Ursina L. Lehmann

Wenig informierte Zeitgenossen rücken das Thema „Wettermanipulation“ gerne in den Bereich der Phantasie. Doch damit liegen sie leider falsch. Denn experimentiert wird schon seit 1946.

Und 1996 hat die U.S. Air Force einen strategischen Bericht mit konkreten Plänen zur Wetter-Beeinflussung mit dem Titel „Weather as a force multiplier: Owning the weather in 2025 (sinngemäß: Wetter als Macht-Multiplikator – Verfügungsgewalt über das Wetter 2025) herausgegeben. Demnach hat sich die U.S. Air Force intensiv damit beschäftigt, die Kontrolle über das Wetter zu erlangen um es gezielt – auch als Waffe – einsetzen zu können.

Bevölkerung gegen Freibrief für Wettermanipulationen

Interessant ist ein Zitat in diesem Bericht auf Seite 19, das übersetzt lautet:

Wettermanipulationen werden augenblicklich nicht von der Bevölkerung akzeptiert. Das wird sich aber ändern, wenn der Leidensdruck durch immer weiter zunehmende Umwelt- und Klimakatastrophen ein Gefühl für Dringlichkeit im Handeln erzeugen.“

Angesichts der laufenden Wetter-Katastrophen in weiten Teilen der Erde könnte das Jahr 2017 einen Umschwung in der Meinung der amerikanischen Bevölkerung – und auf die kommt es in erster Linie an – bewirken. Dann wäre der Weg frei für hochoffizielle gezielte Wettermanipulationen. Weniger offiziell würde dann allerdings sein, in wessen Interesse die jeweiligen Eingriffe vorgenommen würden.

UNO-Konvention verbietet kriegerische Nutzung des Wetters

UNO Gebäude in New York: Militärische Eingriffe in natürliche Abläufe der Umwelt verboten

Einschränkend steht gezielten Manipulationen allerdings die 1977 von der UNO-Vollversammlung verabschiedete Konvention zum Verbot von militärischen und anderen feindseligen Verwendungen von Umwelt-Manipulationstechniken entgegen. Diese als ENMOD abgekürzte Konvention wurde im Laufe der Jahre von vielen Staaten der Welt ratifiziert. Sie verbietet den Vertragsparteien gezielte militärische Eingriffe in natürliche Abläufe der Umwelt, aber auch die Nutzung von Einflüssen der natürlichen Umwelt als Waffe in einem Krieg oder bewaffneten Konflikt. Durch die Konvention wurden internationales Umweltrecht und humanitäres Völkerrecht miteinander verknüpft.

Anlässe für die UNO-Resolution gab es schon damals genug. Angedacht hat das Thema nämlich bereits Irving Langmuir, Chef des Labors im amerikanischen Konzern General Electric und Chemie-Nobelpreisträger des Jahres 1932. Seine Vision: Schwere Gewitterfronten durch die Impfung mit Trockeneis von den Städten abzulenken und dadurch Katastrophen zu verhindern.

Am 13. November 1946 streute dann Vincent Schaefer, gleichfalls Forscher im US-Konzern General Electric, in vier Kilometern Höhe knapp eineinhalb Kilogramm Trockeneis aus dem Fenster eines einmotorigen Fairchild-Flugzeugs in die Wolken. Prompt begann es hinter der Maschine zu schneien.

Es war die erste dokumentierte Wettermanipulation. Und es wäre naiv zu glauben, dass sich seither nichts mehr getan hätte.

Permanente Bestrebungen zur Beherrschung des Wetters

Tatsächlich wurde permanent weiter daran gearbeitet. Und schon bald stießen die Forscher auf das wesentlich leichter zu handhabende Silberjodid, um das für die Wolkenmanipulation benötigte Trockeneis zu ersetzen. Das dahinterstehende Prinzip war, dass sich um das Silberjodid-Staubkorn Eis bildet, das zu Boden fällt und dabei schmilzt. Eventuelle Hagelschauer würden den Boden dann bestenfalls als Matsch oder Regen erreichen.

Bald darauf wurde das Projekt „Cirrus“ gestartet, in dessen Rahmen erstmals Wolken mit Silberjodid geimpft wurden. Damit sollten Wirbelstürme zuverlässig gebremst oder gezielt abgelenkt werden.

Im Jahr 1962 wurde „Cirrus“ durch das Projekt „Sturmfury“ abgelöst, das ebenfalls Wetterveränderungen durch die Einbringung von Silberjodid mittels spezieller Systeme in Hurrikane möglich machte.

Ben Livingston, der Vater der Wetterwaffen

Ben Livingston: Glänzte als Pilot im Vietnamkrieg mit einem Programm, das die Regenfälle um 30 % erhöhte

Laut Genfer Konvention benützten die USA im Vietnamkrieg (1955 bis 1975 ) schon das Wetter zur Kriegsführung. Unter der Schirmherrschaft des „Air Weather Service“ wurden in der „Operation Popeye“ Cloud seeding-Aktionen verwendet.

Als „Vater der Wetterwaffen“ wird Ben Livingston bezeichnet. Er war Physiker bei der U.S.Navy und überzeugte den damaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson von der Effektivität einer Kontrolle des Wetters während des Vietnamkriegs. Er war selbst in Vietnam stationiert und glänzte mit einem „Cloud-seeding-program“, das die Regenfälle um geschätzte 30% erhöhte. Dies diente einerseits dazu, das Vorrücken der vietnamesischen und koreanischen Truppen zu verlangsammen; und andererseits die Reisernten zu vernichten.

In einem Interview mit Alex Johnes gab Livingston detailliert an, wie diese bewährte Technologie auch von vielen anderen Ländern verwendet wurde, um das Wetter, inklusive der Hurrikane, zu kontrollieren. Livingston selber flog 265 Einsätze in die Augen von Hurrikanen.

Die Frage, die sich für jeden stellte, der dieses Interview hörte, war: Warum ließen das amerikanische Militär und die Regierung zu, daß Hurrikane mit größter Wucht auf die Städte um den Golf von Mexiko trafen? Wenn diese Technologie bereits erfolgreich eingesetzt wurde, warum versucht man dann nicht, derartige Naturkatastrophen zu vermeiden?

Die Antwort von Ben Livingston lautete: „Aus politischen Gründen“ – was immer das auch ist.

Jahrzehnte nach Vietnam legte Livingston somit offen, dass die Zerstörungen durch den Hurrikan Katrina mit der höchsten Kategorie 5 im August 2005 zu minimieren gewesen wären. In Florida und an der Küste des Golf von Mexiko bis nach New Orleans kamen 1.836 Menschen ums Leben. Der Sachschaden betrug 108 Milliarden Dollar. Die Schäden des jüngsten Hurrikans Irma sind noch nicht zur Gänze erfasst.

US-Militär übernimmt die Kontrolle über Chemtrails

Das Projekt „Sturmfury“ war 1982 nach 20 Jahren bei General Electric eingestellt worden. Auch die Weltraumbehörde NASA und die NOOA (National Oceanic and Atmospheric Administration) befassten sich offiziell nicht mehr mit einschlägigen Experimenten.

An ihrer Stelle haben das amerikanische Militär, die Nato und die Weltgesundheitsorganostion (WHO) die Schirmherrschaft über alle Arten chemischer Wettermanipulation übernommen.

Geoengineering-Programme wie jene zur „Einbringung von Aerosolen in die Stratosphäre zur Reduktion der globalen Erwärmung“ (umgangssprachlich Chemtrails), basieren auf dem 1991 eingereichten US-Patent 5,003.186 („Stratospheric Welsbach seeding for reduction of global warming“), welches den Aufbau eines chemischen Schutzgürtels beschreibt, der den Treibhauseffekt reduziert und das Ozonloch repariert (sozusagen ein „Sonnenschirm“ für die Erde).

Dieses Verfahren, gemeinhin als „Welsbach-Patent“ bezeichnet, schließt eine Lücke zwischen den Hurrikan-Forschungsprojekten aus den 60er Jahren und den laufenden Warnungen der Klimaforscher vor einer globalen Klimakatastrophe.

Ein weiteres US-Patent – von insgesamt 165 Wetterpatenten – heißt „Wettermanagement mit im All basiertem Stromnetz“ und hat die Nr. 20100224696 A1. Es beschreibt eine weltraumgestützte Technologie zur Erzeugung und Steuerung von Hurrikanen – ein Energiesystem zur Veränderung des Wetters mit im Weltraum generierter Energie.

Das weltraum-basierte Energiesystem hält die ordnungsgemäße Positionierung und Ausrichtung der Systemkomponenten ohne Verbindungsstrukturen aufrecht. Frei fliegende Energiesystemelemente werden in die Umlaufbahn gebracht und in einer korrekten relativen Ausrichtung – z. B. Position, Orientierung und Form – unter Verwendung eines Steuersystems gehalten.

Energie aus dem raumbasierten Energiesystem wird auf ein Wetterelement wie einen Hurrikan angewendet und verändert es dann, um es zu schwächen oder zu zerstreuen. Das Wetterelement kann durch Ändern der Temperatur eines Abschnitts (wie etwa das Auge eines Hurrikans), das Ändern von Luftströmen oder eines Weges des Wetterelements gesteuert werden.

Künstliche Kondensstreifen am Himmel:

Patente für künstliche Kondensstreifen

Seit 1974 gibt es weiters eine Reihe von Patenten, die zum Großteil der U.S. Navy gehören und in denen die Herstellung künstlicher breiter Kondensstreifen und Wolken beschrieben wird, um eine größtmögliche Absorption der Sonneneinstrahllung und damit deren Abwehr von unserem Planeten zu errreichen („Dimming-Effekt“).

Dies dürfte allerdings auch den Effekt haben, dass die sommerliche Hitze durch diese Kondensstreifen in der Nacht nur mehr unzulänglich von der Erde in die Atmosphäre entweichen kann. Die Folge: In der Nacht wird es nicht mehr in dem Ausmaß kühler wie früher.

Das amerikanische Militär will keine Einschränkungen

Der deutsche Politologe und Publizist Hermann Ploppa beschreibt unter den Titeln „Wer kontrolliert das Wetter“ und „Wetter als Waffe: Gedankenspiele des US-Militärs, warum das US Militär und andere Militärs sich nicht daran halten wollen.

Die USA könnten es sich demnach nicht leisten zu warten, bis andere Mächte mit modernen Wetterwaffen die Nase vorn hätten. So bestimmten die Autoren der oben angeführten Studie … Owning the weather in 2025 erst einmal, was in den dreißig Jahren ab 1996 erreichbar ist: Innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte könnte das Konzept der Wettermanipulation so erweitert werden, dass es die Möglichkeit einschließt, Wettermuster durch Beeinflussung ihrer bestimmenden Faktoren zu prägen.“