NBC-Star Megyn Kelly fragte Wladimir Putin über Trump aus

NBC-Star Megyn Kelly fragte Wladimir Putin über Donald Trump aus. Denn mit „Russia-Gate“ wollen die Demokraten den US-Präsidenten killen. Doch Beweise lassen sich nur schwer konstruieren. Es geht um den angeblichen Datenklau im Hauptquartier der Demokraten durch russische Hacker. Weiters um eine angebliche Prostituierten-Affäre Trumps in Moskau. Und russische Kontakte des Trump-Beraters Carter Page.

Autor: Wolfgang Freisleben

In Washington herrscht Krieg: Die Demokratische Fraktion im Kongress gegen Donald Trump. Und der bietet eine Fülle von Angriffsflächen wie kein anderer US-Präsident zuvor. Besonders ausgeschlachtet wird die – im Übrigen vorhersehbare – Entlassung des FBI-Chefs James Comey am 9. Mai. 2017. Seither hat Trump keine ruhige Minute.

„Russia Gate“ soll Trump’s mögliche Amtsenthebung signalisieren

Die Mainstream-Medien Washington Post und New York Times versuchen sogar, eine herbei geredete Amtsenthebung von Donald Trump mit „Watergate“ zu vergleichen. Das war jene Affäre, die 1973 den damaligen Präsidenten Richard Nixon zum Rücktritt gezwungen hat. Donald Trump, so vermitteln sie, sei eine Bedrohung für die Demokratie, genauso wie „Tricky Dick“ Nixon es vor mehr als 40 Jahren war.

Dafür haben die Demokraten ein Konstrukt geschaffen, das als „Russia-Gate“ in die Geschichte eingehen wird. Doch dies ist vorerst lediglich eine Fiktion. Denn der angebliche Daten-Klau im vergangenen Sommer beim Demokratischen Nationalkomitee (DNC) ist nicht erwiesen. Und es sind keine Verbindungen von Trump oder seinem Team zu hochrangigen Offiziellen in Moskau eindeutig identifiziert worden.

Die Aufdeckungs-Plattform Wikileaks beharrt sogar darauf, dass die E-Mail-Offenlegung kein Hacking von fremden Geheimdienst-Agenten war, sondern ein Leck von einem „empörten“ Insider.

NBC-Starmoderatorin Megyn Kelly bei Wladimir Putin: Fragen über Donald Trump

Nun nützte der amerikanische Nachrichtensender NBC das Wirtschaftsforum im russischen St. Petersburg vom 1.- 3. Juni und schickte seine Starmoderatorin Megyn Kelly aus, um Wladimir Putin persönlich mit den in Washington und New York kursierenden Gerüchten über eine Verwicklung Russlands in die amerikanische Präsidentschaftswahl zu konfrontieren.

Pikante Fragen zu einem Trump-Dossier über Prostituierte

Die pikanteste Frage galt allerdings einem 35-Seiten-Dossier über sexuelle Praktiken Trumps mit Prostituierten („golden showers“) im Moskauer Hotel Ritz Carlton. Es war von einem früheren Agenten des englischen Auslandsgeheimdienstes MI6 namens Christopher Steele angefertigt worden, aber den meisten amerikanischen Medien zu dubios um darüber zu berichten.

Jetzt wurde es von den Demokraten wieder in Umlauf gebracht. Angeblich sei Trump dadurch erpressbar.

Donald Trump: Sexuelle Abenteuer in Moskau als Interview-Thema

Putin wies amüsiert zurück, dass ein derartiges Dossier existiere: „Haben wir ein besonderes Verhältnis zu ihm? Wir hatten überhaupt keine Beziehung, es gab eine Zeit, als er nach Moskau kam, aber Sie wissen, ich habe ihn nie getroffen. Es gibt viele Amerikaner, die uns besuchen.“

Allein die Frage nach Dossiers über ausländische Geschäftsleute hält Putin für abwegig: „Aktuell haben wir hier Vertreter von hundert amerikanischen Firmen. Glauben Sie, wir sammeln jetzt kompromittierende Informationen über alle? Habt Ihr da drüben alle Euren Verstand verloren? (Have you all lost your senses over there?)“.

Statt dem FBI untersuchte lediglich eine private Security Firma

Zur behaupteten Einmischung Russlands in die US-Wahl sagte Putin, es würde keinen Sinn für Russland machen, sich in Wahlen einzumischen. Präsidenten und Parteien würden wechseln, entscheidend sei doch die konkrete Politik eines Landes.

Putin warf den USA vor, sich ihrerseits permanent in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen: „Setzen Sie Ihren Finger irgendwo auf eine Karte der Welt, und überall werden Sie Beschwerden hören, dass amerikanische Offizielle sich in interne Wahlprozesse einmischen.“

Tatsächlich gibt es bisher keine Beweise über eine Einmischung des Kreml. Und überraschender Weise hat auch das FBI keine unabhängige Untersuchung durchgeführt. Denn die Demokratische Partei verweigerte trotz mehrfacher Anfragen den Zugang zu ihren Servern.

Stattdessen hat der DNC die private Cyber-Security-Firma CrowdStrike Inc. aus Irvine, Kalifornien, angeheuert, um ein Delikt zu suchen. Und da wird es kurios: Statt der Polizei soll ein privater Detektiv ein Verbrechen klären?

CrowdStrike entpuppt sich außerdem selber als verdächtig. Nicht nur ist sein Cheftechniker Dmitri Alperovich ein russischer Emigrant mit einer ausgeprägten Putin-Aversion. Er ist darüber hinaus auch Mitarbeiter einer extrem anti-russischen Gesellschaft namens „Atlantic Council“.

Langjährige Unterstützer von Hillary Clinton als Anti-Russland-Front

Dabei handelt es sich um einen Washingtoner Think-Tank, der von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), dem ukrainischen Weltkongress, dem US-Außenministerium und einer Vielzahl von anderen Personen und Gruppen, darunter auch George Soros, finanziert wird. Und sie alle haben ein Interesse daran, Russland zu isolieren und zu diskreditieren.

Hillary Clinton (hier bei einer Rede vor dem DNC): Vom Atlantic Council finanziell unterstützt

Da der Atlantic Council auch ein langjähriger finanzieller Unterstützer von Hillary Clinton ist, bedeutet dies, dass die Anti-Trump-Kampagne auf einem befreundeten  Anti-Putin Cyber-Detektiv beruht, um zu konstruieren, dass der Kreml in den Präsidentschafts-Wahlkampf zu Gunsten von Donald Trump eingegriffen hat.

Die Ergebnisse von CrowdStrike erscheinen aber auch aus einem anderen Grund höchst fragwürdig. Ein paar Tage nach der Feststellung, dass der russische Geheimdienst verantwortlich sei, gab nämlich Alperovich ein Memo heraus, das die vermeintlichen russischen Hacker in den Himmel lobte. „Die Arbeit der Hacker war hervorragend, und ihre Techniken ermöglicht es ihnen, viele Sicherheitslösungen, auf die sie stießen, leicht zu umgehen“, schrieb er. Dennoch sollen diese Profis Fehler gemacht haben, indem sie einen verfänglichen Namen als Absender verwendeten?

Anti-Virus-Spezialist McAfee glaubt nicht an russische Hacker

Anti-Virus-Entwickler John McAfee: Russland hat nicht gehackt

Skeptiker reagierten daher hämisch. Unter Bezugnahme auf die beiden Top-Geheimdienste Russlands fragte ein bekannter Cyber-Security-Experte namens Jeffrey Carr sarkastisch, ob man tatsächlich glauben sollte, dass russische Geheimdienstexperten gestohlene Dokumente unter einem verfänglichen Namen öffentlich verwenden und für alle Welt sichtbar machen würden?

Da die Streuung derartig falscher Spuren auch für Anfänger-Hacker ein Kinderspiel ist, war es John McAfee vorbehalten, dem Gründer von McAfee Associates und dem Entwickler der ersten kommerziellen Anti-Virus-Software, eine endgültige Schlussfolgerung zu ziehen. In der TV-Talkshow mit Larry King stellte er dezidiert fest:  „Wenn es so aussieht als ob es die Russen getan haben, dann kann ich garantieren, dass es nicht die Russen waren“.

Ex-Trump-Berater Carter Page wurde vom Senat eine Falle gestellt

Der 3. Ansatz für „Russia-Gate“ ist das Gerücht, dass das FBI angeblich besorgt gewesen sei als es erfuhr, dass „ein russischer Spion“ versucht hatte, einen ehemaligen außenpolitischen Berater Trumps namens Carter Page bei einem Besuch in Moskau im Jahr 2013, also vor 4 Jahren, zu rekrutieren. Aber dann stellte sich heraus, dass der Energieunternehmer keine Ahnung hatte, dass sein Gesprächspartner in Moskau ein Spion war. Er hatte geglaubt, dass er es mit einem gewöhnlichen diplomatischen Attaché von der russischen UNO-Mission zu tun habe.

Ex-Trump-Berater Carter Page: Verdächtig, weil er lange in Russland gelebt hat

Es war ein Missgeschick, das jedem amerikanischen Geschäftsmann passieren könnte, sei es in Moskau, London oder Tel Aviv. Auch, dass das FBI eine Kommunikation von russischen Beamten abgefangenen hat, die über Page gesprochen haben, ist nicht verfänglich. Und dass Carter Page in einem Vortrag bei einem russischen Wirtschaftsinstitut angeblich die amerikanische Politik gegenüber Russland kritisierte, wird ihn kaum den Kopf kosten.

Obwohl es keine klaren Beweise gibt, hat das demokratische Establishment in Washington mit Russia-Gate ein politisches „perpetuum mobile“ erschaffen: Eine Skandal-Maschinerie, die sich aus sich selber nährt.

Denn der Geheimdienst- Ausschuss im Senat verlangte von Page am 28. April 2017 eine umfangreiche Liste über seine russischen Geschäfte sowie persönliche Kontakte während der 18 Monate vor der Inauguration von Donald Trump. Also über einen Zeitraum von 16. Juni 2015 bis 20. Januar 2017. Dazu alle Kommunikationsdatensätze, einschließlich elektronischer wie E-Mails oder SMS, schriftliche Korrespondenz und Telefondatensätze der Kommunikation etc.

In Anbetracht dessen, dass Carter Page mehrere Jahre in Russland gelebt hat, ist diese monströse Forderung kaum zu erfüllen. Es ist also eine Falle. Denn selbst wenn Page versucht hat, alle persönlichen, telefonischen und E-Mail-Kontakte zu übergeben, würde er sicherlich etwas oder jemanden vergessen haben und damit für eine Strafverfolgung sorgen: Unter dem Vorwurf der Behinderung einer Untersuchung oder der Lügen gegenüber Ermittlern.