Sanktionen: Die Front gegen Russland bricht ein

Russland-Hetzer sind seit Jahren im Westen in führende Positionen gebracht worden. Doch plötzlich gerät die Boykott-Phalanx der USA und ihrer Satelliten gegen Russland ins Wanken. Aber erst, nachdem sie in der EU enormen wirtschaftlichen Schaden angerichtet hat. Ungarn, Italien und Spanien rufen daher nach besseren Beziehungen. Angela Merkel hat die Interessen ihres Landes völlig sinnlos geopfert. Doch Donald Trump nimmt keine Rücksicht auf die Interessen seiner Gefolgschaft.

Autor: Prof. Dr. Eberhard Hamer *)

Bisher haben die USA, ihre Satelliten und die von ihnen gesteuerten internationalen Behörden indirekten Krieg auf allen Ebenen gegen Russ­land geführt:

  • Mit Finanzsanktionen wurden die Banken der Welt gezwungen, keine Finanzgeschäfte mehr mit Russland zu machen.
  • Mit Handelssanktionen wurde allen Firmen der westlichen Welt unter Strafandrohung befohlen, mit bestimmten russischen Firmen und Personen keine Geschäfte mehr zu machen.
  • Sogar den an der Nord-Stream-Leitung beteiligten Firmen wurden spezielle Strafzahlungen angedroht.
  • Jedes Vierteljahr fiel den Amerikanern ein Bereich ein, in dem die Russen angeblich Menschenrechte (Scrypal) oder Sportgesetze (Dopingbehauptungen) verletzt oder Menschen vernichtet (Flugzeugabsturz Ukraine) haben sollen oder illegal Krieg führen würden (Ost-Ukraine), so dass eine sich steigernde Medienhetze in der ganzen Welt gegen Russland in den letzten Jahren anrollte.

    Russland-Hetzer Jens Stoltenberg (li.) mit Donald Trump: Neigt sich die Karriere-Zeit der Russland-Hasser dem Ende zu?

  • Darüber hinaus haben die USA Russ­landhetzer in entscheidende Positionen gebracht, welche ihre Organisationen (zum Beispiel Nato-Generalsekretär Stoltenberg) in Kampfstimmung gegen Russland brachten oder die beiden Russland-Hasser Merkel/Maas in Europa für Aufrüstung gegen Russland warben (EU-Sanktionen, Aufmarsch-Strassen für 6 Milliarden gegen Russland, Aufrüstung der Ukraine und der baltischen Staaten gegen Russland) oder Propagandaoffensiven mit gefälschten Beschuldigungen gegen Russland.

Bisher konnten die Russland-Hasser sicher sein, dass sie mit ihrer Hetz- und Kampfpolitik in amerikanischem Interesse und mit Rückendeckung von dort handelten. Für die Amerikaner war nämlich Russland das entscheidende Hindernis, um …

  • … ihre Öl-Weltmachtpläne durchzusetzen;
  • … das Dollar-Imperium zu erhalten (trotz Dollar-Austritts von Russland, China, Iran);
  • … die amerikanische Herrschaft in den europäischen Osten vorzutreiben (Ukraine, Baltikum, Polen);
  • … das Schwarze Meer militärisch zu erobern (was durch den Krim-Anschluss nun von Russland blockiert ist)
  • … Syrien zu erobern (wegen des Öldurchflusses).

Raketenabschuss-Basis: Von den USA mit Hilfe der Nato immer dichter an Russlands Grenzen stationiert

Der amerikanische Kampf gegen Russland nahm deshalb immer neue Formen an. Russ­land wurde mit Hilfe der Nato von US-Raketenstationen umgeben, die immer dichter an die russische Grenze heranrückten. Die Clinton-Clique behauptete sogar, ihre überraschende Wahlniederlage habe sie nur Russ­land zu verdanken, und hetzt seitdem in den USA gegen jeden Russlandkontakt – auch des Präsidenten.

In den von den USA beherrschten internationalen Organisationen wurde sorgfältig darauf geachtet, dass nur Russlandfeinde in Führungspositionen kamen. Russlandfreunde wurden hingegen ausgeschlossen. Und wer Russland am meisten und am lautesten beschimpfte (Angela Merkel, Heiko Maas, Ursula von der Leyen), durfte dafür bisher eine Vorzugsbehandlung der amerikanischen Präsidenten erwarten (zum Beispiel durch Obama).

Die amerikanischen Sanktionen gegen ihre „Verbündeten“ (Satelliten), die Strafzahlungen gegen unsere Banken und Industrie sowie die Gefährdung des Weltfriedens seitens der USA durch Kündigung des Iran-Vertrages, der Handelsverträge, des Umweltschutzes haben nun auch die treuesten US-Hofschranzen wie Merkel, Juncker, Macron und May ratlos gemacht.

Plötzlich kommt nicht mehr alles Gute aus den USA und sind nicht mehr alle Befehle aus den USA gut, sondern es wird offenbar, dass sie den eigenen Völkern schaden. Der neue Präsident nimmt keine Rücksicht mehr auf die Interessen und die Demut seiner Gefolgschaft, sondern zieht seinen amerikanischen Nutzen durch.

Die Phalanx der USA und ihrer Satelliten gerät plötzlich ins Wanken. Die ersten Mahner der Satellitenländer (Ungarn, Italien, Spanien) rufen plötzlich nach besseren Beziehungen zu Russ­land, weil die Treue zu Amerika nicht mehr lohnt, das Geschäft mit Amerika durch die USA zerstört wird.

Deutsche Kanzlerin Angela Merkel: Auf dem G7-Gipfel in Kanada von Donald Trump abgekanzelt

Noch zwei Tage vor der G-7-Konferenz in Kanada hat sich Merkel durch kräftige Hetze gegen Russland beim Präsidenten beliebt machen wollen. Sie wurde aber ebenso wie ihre Kollegen auf der Konferenz abgekanzelt, und als neue Richtung wurde eine Zusammenarbeit mit Russland befohlen.

Offenbar hat das Duo Merkel/Maas wieder einmal auf das falsche Pferd gesetzt: Die von Merkel akzeptierte Totalspionage der USA über Deutschland und seine Wirtschaft ist plötzlich nationale Gefahr; der Ausverkauf der deutschen Technologie durch China ist mit Globalisierung nicht mehr zu rechtfertigen; die wachsende Kriminalität von Merkels Gästen zeigt die Kehrseite der Migration; die deutsche Wirtschaft wird durch die von Merkel betriebenen Russland-Sanktionen geschädigt; und die amerikanischen Sanktionen gegen uns werden zum Existenzproblem der Industrie.

Ob Merkel will oder nicht, die Forderungen, ein friedliches und harmonisches Verhältnis auch zu Russland anzustreben, wird durch das amerikanische Verhalten erzwungen.

Merkel hat in den letzten drei Jahren zu häufig die falsche Richtung eingeschlagen, Dauerschäden für unser Volk verursacht. Sie glaubte, dies in Gefolgschaft oder auf Geheiß der amerikanischen Besatzungsmacht leisten zu müssen.

Nun lauten aber die Befehle anders. Merkel hat also die Interessen ihres Landes nutzlos geopfert. Der eigentlich politisch seit langem vernünftige Weg der USA, sich mit Russland auszusöhnen, wird die Anti-Russland-Kämpfer in die Krise treiben und die Sanktionen kippen.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg wird in Kürze abtreten. EU-Kommissionspräsident Juncker hat zuerst den Schwenk vollzogen. Die neuen Regierungen in Spanien und Italien machen den Boykott nicht mehr mit.

Der amerikanische Präsident gibt plötzlich eine andere Richtung vor, die Angela Merkel nicht mehr so kurzfristig glaubhaft mitwenden kann. Seit der ­G-7-Konferenz verlöscht ihr Stern Schritt um Schritt.

 

*) Prof. Dr. Eberhard Hamer ist ein deutscher Ökonom, Jurist und Gründer des Mittelstandsinstituts Niedersachsen in Hannover. An der Fachhochschule Bielefeld lehrte er als Professor für Wirtschafts- und Finanzpolitik und veröffentlichte mehr als 20 Bücher.

Der Artikel erschien erstmals in der Schweizer Wochenzeitung „Zeit-Fragen“