Bill Gates warnt vor weiterer Massenimmigration

Bill Gates warnt vor weiterer Massenimmigration. Der Philanthrop und Microsoft-Gründer gibt sich über die Folgen keinen Illusionen hin. Eine europaweite Umfrage hat ergeben, dass 76 % der Bevölkerung den Umgang der EU mit der Migrationskrise für armselig halten. Kanzlerin Merkel hat von Facebook-Gründer Zuckerberg sogar eine Zensur der Social Media von Kritik an ihrer Politik verlangt.

Autor: Douglas Murray *)

Microsoft-Gründer Bill Gates: Deutschland kann unmöglich so viele Menschen aufnehmen

Ist Bill Gates ein Nazi, Rassist, „Islamophober“ oder Faschist? Wie der berühmte Butler des britischen Humoristen PG Wodehouse gesagt hätte: „Die Eventualität erschiene äußerst entfernt“. Bisher hat jedenfalls niemand in irgendeiner einflussreichen Position solche Bezeichnungen gegenüber dem weltweit größten Philanthropen erhoben. Möglicherweise – nur möglicherweise – ändert sich jetzt doch etwas in Europa.

Großzügigkeit lockt immer mehr Menschen an

In einem Interview, das am 2. Juli in der deutschen Zeitung „Welt Am Sonntag“ veröffentlicht wurde, hat der Mitbegründer von Microsoft die anhaltende europäische Migrationskrise angesprochen. Was er sagte, war überraschend:

„Einerseits willst Du Großzügigkeit demonstrieren und Flüchtlinge aufnehmen, aber je großzügiger du bist, desto mehr spricht sich das herum – was wiederum mehr Menschen motiviert, Afrika zu verlassen. Deutschland kann unmöglich die riesige Anzahl von Menschen aufnehmen, die ihren Weg nach Europa machen wollen.“ Diese Worte wären für den Durchschnittsbürger Europas unumstritten.

Die jährliche Umfrage unter EU-Bürgern, die kürzlich von Project 28 durchgeführt wurde, ergab eine weitgehende Einigkeit hinsichtlich der Frage der Migration, die fast über den ganzen Kontinent außer Streit war. Die Umfrage ergab zum Beispiel, dass 76% der Bevölkerung in der EU glauben, dass der Umgang der EU mit der Migrationskrise der letzten Jahre „armselig“ gewesen sei.

In keinem Land ist die Meinung über die EU besser

Es gibt kein Land in der EU, in dem sich die Mehrheit der Bevölkerung von diesem Konsens unterscheidet. In Ländern wie Italien und Griechenland, die an der Front der Krise der letzten Jahre waren, glauben sogar neun von zehn Bürgern, dass die EU schlecht mit der Migrationskrise umgegangen ist.

Wie sollten sie auch anders denken? Die Ankündigung der deutschen Bundesregierung von 2015, dass normale Asyl- und Grenzverfahren nicht mehr in Kraft seien, verschärfte eine bereits katastrophale Situation. Die Bevölkerungszahlen von Deutschland und Schweden stiegen in diesem Jahr aufgrund des Zustroms von Migranten allein um 2% an. Das sind monumentale Veränderungen, die mit einer für jede Gesellschaft enormen Geschwindigkeit vorangehen.

Merkel wollte Kritik im Internet zensurieren lassen

Marc Zuckerberg: Merkel wünschte von ihm eine Zensur der Facebook-Einträge

Zur gleichen Zeit, da die Öffentlichkeit erkannt hat, dass das, was die Politiker tun, nicht nachhaltig ist, hat es starke Tendenzen gegeben zu kontrollieren, was die europäische Bevölkerung sagen darf. Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel ging sogar so weit, den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zu drängen, die Beiträge auf Social Media zu zensurieren, die kritisch gegenüber ihrer Politik waren.

Dies war nur ein Beispiel für einen viel breiteren Trend. Auf dem ganzen Kontinent wurde jede private oder öffentliche Persönlichkeit, die es wagte davor zu warnen, dass der Zustrom so vieler Menschen in solch einer unorganisierten Weise der Beginn einer Katastrophe sei, mit übelsten Verdächtigungen verfolgt.

EU-Präsident Juncker bagatellisiert Terrorangriffe

EU-Präsident Juncker: Beleidigte die Öffentlichkeit und Politiker mit anderer Meinung

Selbst nach den Terrorangriffen vom November 2015 in Paris und der Entdeckung, dass die Mitglieder der Terrorzelle über die Migrantenrouten nach Europa gelangt waren, wiesen die europäischen Staats- und Regierungschefs die Besorgnis über die Migrationskrise zurück. Der Präsident der Europäischen Kommission Jean Claude Juncker beleidigte die Öffentlichkeit und die wenigen Politiker, die nach den Pariser Angriffen Merkel ablehnten:

„Ich würde die in Europa einladen, die versuchen, die Migrationsagenda zu ändern, die wir verabschiedet haben – ich möchte sie daran erinnern, ernst zu machen und nicht diesen Basisreaktionen nachzugeben, die ich nicht mag. . . Ich sehe die Schwierigkeit, aber ich sehe nicht die Notwendigkeit, unseren allgemeinen Ansatz zu ändern.“

Es ist verständlich, dass in einer Zeit, in der Tausende von Menschen das Mittelmeer überquerten und viele ertranken, einige humanitäre Impulse vorherrschen konnten. Damals im Jahr 2015, auf dem Höhepunkt der Krise, hat selbst Bill Gates Amerika dazu aufgerufen, Migranten auf demselben Niveau aufzunehmen, zu dem Deutschland sie aufnahm.

Kurze Hilfsbereitschaft, langfristige gesellschaftliche Sorgen

Massenhafte Immigration: Mehrheit der Europäer will den Zustrom reduzieren

Seitdem hat Gates jedoch bemerkt, was die meisten Menschen, die in Europa leben, bemerkt haben: Nämlich, dass die Öffnung der Grenzen ihres Landes eine kurzfristige moralische Anziehung haben mag, sie aber eine Vielzahl von langfristigen gesellschaftlichen Sorgen verursacht.

Es sind diese Sorgen – welche die europäische Öffentlichkeit rund um sich herum sowie auf den Titelblättern ihrer Zeitungen sehen kann -, die die Mehrheit der Öffentlichkeit in ganz Europa dazu bringt, den Zustrom der Migranten reduzieren zu wollen.

In seinem jüngsten deutschen Zeitungsinterview hat Bill Gates auch dieses Gefühl sehr deutlich ausgedrückt indem er sagte: „Europa muss es den Afrikanern erschweren, den Kontinent über die derzeitigen Transitwege zu erreichen.“

Das alles ist durchaus berechtigt. Es ist nicht möglich für Europa, die Heimat für alle und jeden aus Afrika, dem Nahen oder Fernen Osten zu werden, der es schafft, eine ziemlich kurze Wasserstrecke zu überqueren.

Die Menschen in Europa wussten das schon lange. Einige Leute – schwer kritisiert von den Mainstream-Medien und der politischen Klasse – haben das sogar ausgedrückt.

Aber vielleicht wird sich jetzt, da ein bekannter Philanthrop wie Bill Gates es bemerkt hat, etwas ändern. Aber es ist wahrscheinlich zu viel erhofft, dass die westeuropäische politische Klasse tatsächlich auf seinen Rat hören könnte.

Aber könnten sie wenigstens ihre Verachtung für die vernünftigen Anliegen der breiten Öffentlichkeit im Zaum halten?

*) Douglas Murray, britischer Autor, Kommentator und Öffentlichkeitsanalyst, lebt in London.

Englischer Originaltext: Europe’s Mass Migration: The Leaders vs. the Public
Übersetzung: Daniel Heiniger